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Wenn Schutz und Sicherheit fehlen

LANDKREIS ROTH - Wie soll man auf emotionale Ausnahmesituationen von Pflegekindern reagieren, und was steckt dahinter? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich ein Vortrag, zu dem die Selbsthilfeorganisation «Der Pfad für Kinder, Pflege- und Adoptivfamilien im Landkreis Roth und Umgebung e. V.» eingeladen hatte. Referentin war die Diplompsychologin Dorothea Weinberg.

Sie stellte ihren Fachvortrag unter das Motto «Affektdurchbrüche bei Pflegekindern - kann man sie von außen regulieren?». Dorothea Weinberg verdeutlichte, dass Kinder von den Personen, zu denen sie eine persönliche Bindung aufgebaut haben, Schutz und Sicherheit erwarten und erhoffen. Kritisch werde es allerdings, wenn genau diese Bindungspersonen dem Kind Angst machten, es permanent stressten, zu oft allein ließen.

Dann könne ein Kind in einen Zustand geraten, in dem sich Körper und Psyche überhaupt nicht mehr beruhigen könnten. In einer solchen Situation entwickelten Kinder viele verschiedene Symptome, wie etwa ständige Angstzustände und Panikanfälle. Als letzte Überlebensstrategie scheine es, dass das Kind nur noch «neben sich» stehe und dadurch versuche, keine Gefühle mehr an sich ran zu lassen.

Dorothea Weinberg: «Wir können nicht das Verhalten der Kinder ändern, sondern nur das unsere». Den Pflegefamilien gab sie viele lehrreiche Lösungsansätze an die Hand, die den Umgang und das Verständnis mit und für die traumatisierten Pflege- und Adoptivkinder ermöglichen und erleichtern.

4.2.2010

© HILPOLTSTEINER ZEITUNG